spotlights
Schultheaterfestival Bonn/Rhein-Sieg
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Kriterienkatalog und Erläuterungen

Auch Schlafen ist eine Form von Kritik; vor allem im Theater.
Georg Bernard Shaw

Für die Bewertung der am Schultheaterfestival spotlights teilnehmenden Gruppen Theaterstücke/Musicals.

Ziel des Kriterienkatalogs

Der Kriterienkatalog dient als transparente Bewertungsgrundlage für alle teilnehmenden Gruppen am Schultheater-Wettbewerb spotlights. Ziel ist es, die künstlerische, inhaltliche und spielerische Qualität der Inszenierungen fair, nachvollziehbar und differenziert zu bewerten.

Dabei wird besonderer Wert auf folgende Aspekte gelegt:

  • Förderung junger Talente in ihrer künstlerischen und persönlichen Entwicklung
  • Anerkennung von Kreativität, Ausdruckskraft und Mut zum eigenen Theaterstil
  • Würdigung der Teamarbeit und des gemeinsamen Prozesses
  • Ermutigung zu gesellschaftlicher Auseinandersetzung durch künstlerische Mittel

Die Bewertung orientiert sich bewusst nicht ausschließlich an professionellen Maßstäben, sondern würdigt auch Originalität, Entwicklungsprozesse und individuelle Ausdrucksformen der Gruppen.

 

Punktesystem:

  • ++ sehr gut umgesetzt
  • + gut umgesetzt
  • - unklar umgesetzt
  • -- missachtet/nichtumgesetzt

 

Inhalt und Dramaturgie:

Bewertungskriterien

  • Originalität des Stücks/der Adaption
  • Spannungsbogen und Struktur
  • Kohärenz der Handlung/Nachvollziehbarkeit

 

Gestalterische Darstellung/Leistung der Gruppe:

Bewertungskriterien

  • Dramaturgische Spannungsbögen sind sichtbar. Klar, was Darsteller:innen zeigen wollen?
  • Es wird mit unterschiedlichem Tempo gearbeitet
  • Szenen, Sprache, Bewegungen sind rhythmisch gestaltet?

 

Spielerische Darstellung/Leistung der Gruppe

Bewertungskriterien

  • Wird Präsenz/Grundspannung durchgehalten oder fallen Darsteller:innen ins private zurück?
  • Wird Stimme als körperlicher Ausdruck genutzt?
  • Wird deutlich/laut/artikuliert gesprochen?
  • Ausdruckskraft und Glaubwürdigkeit der Darsteller:innen? Authentizität?
  • Interaktion und Ensemblearbeit? Spaß?
  • Rollengestaltung/Figurenentwicklung. Wie differenziert ist die Darstellung?
  • Improvisationsfähigkeit/Umgang mit Störungen?
  • Emotionale Tiefe – wie stark und glaubhaft werden Emotionen transportiert?
  • Timing im Spiel

 

Regie und Inszenierung:

Bewertungskriterien

  • Kreativität der Inszenierung
  • Konzeptuelle Schlüssigkeit – klarer Regieansatz/Idee erkennbar, die sich durch das Stück zieht?
  • Interpretation des Stoffes – neue spannende Perspektive auf ein Thema?
  • Raum-und Requisitennutzung/Bewegungsführung
  • Spannung und Tempo? Szenen gut getaktet? Dramaturgisch gute Pausen und Übergänge?
  • Personenführung/Spielleitung – Wie gut werden die Darsteller:innen geführt? Stimmige Gruppenbilder?

 

Bühnenbild und Kostüm:

Bewertungskriterien

  • Gestaltung und Atmosphäre
  • Kreativer Einsatz der Mittel/Passend zum Stück

 

Technik (Licht, Ton, Musik):

Bewertungskriterien

  • Effektiver und stimmiger Einsatz
  • Technische Umsetzung ohne Störungen

 

Gesamteindruck und Wirkung:

Bewertungskriterien

  • Emotionale Wirkung auf das Publikum
  • Nachhaltigkeit/Nachhall der Aufführung

Bewertungskriterien Erklärungen

Inhalt und Dramaturgie:

  1. Originalität des Stücks/der Adaption
    • Ungewöhnliches Thema? Selten gespieltes?
    • Neue Perspektive eines Klassikers? Aus Jugendsicht?
    • Eigenproduktion?
    • Ungewohnte Erzähl/Spielart? Stilbrüche, Erzählebenen?
    • Originelle Bühnenlösungen?
    • Auch eine unperfekte Idee/Mut zur Eigenständigkeit/Selbstvertrauen
  2. Spannungsbogen und Struktur
    • Aufbau der Handlung. Fesselt Publikum Handlung, nimmt sie es mit?
    • Klarer Anfang? Wird das Publikum gut eingeführt? Ort, Figuren, Thema?
    • Entwickelt sich Handlung? Einführung – Konflikt – Zuspitzung –
    • Höhepunkt – Lösung?
    • Szenen logisch verbunden? Wahllos aneinandergereiht?
    • Klare Übergänge Brüche?
    • Roter Faden?
    • Spannungssteigerung?
    • Momente des Innehaltens/Steigerung – wird Publikum emotional
    • dadurch gebunden?
    • Höhepunkt aufgebaut?
    • Verflacht es? Zieht es mich in den Bann?
  3. Kohärenz der Handlung/Nachvollziehbarkeit
    • Passt alles zusammen? Figuren, Szenen, Konflikte wirken nicht willkürlich
    • Erkennbar, worum es geht?
    • Glaubwürdiges Verhalten der Figuren?
    • Inhaltlicher und emotionaler Zusammenhang der Szenen?
    • Nachvollziehbare Änderung der Figuren, der Situation?
    • Was treibt die Figuren an, wer sind sie?
    • Thema, Konflikt? Was steht auf dem Spiel?
    • Warum passieren Wendepunkte?
    • Verständlichkeit im Spielverlauf?

Gestalterische Darstellung/Leistung der Gruppe:

  1. Dramaturgische Spannungsbögen sind sichtbar. Klar, was Darsteller:innen zeigen wollen?
    • Haben die Darsteller:innen eine klare Absicht/Haltung?
    • Wissen die Darsteller:innen selbst, was sie tun und warum?
    • Szene auf ein Ziel hin gespielt?
  2. Es wird mit unterschiedlichem Tempo gearbeitet
    • Nicht nur Geschwindigkeit des Sprechens
    • Bewegung, Intensität, Rhymtmik innerhalb der Szenen
    • Wird dadurch Spannung erzeugt?
    • Gibt es Momente, die dem Publikum erlauben Gefühle/Gedanken wirken zu lassen?
    • Innerhalb einer Szene? Von kontrolliert zu emotional?
    • Tempowechsel zwischen einzelnen Figuren?
  3. Szenen, Sprache, Bewegungen sind rhythmisch gestaltet?
    • Bewusste Wechsel zwischen schnellen Dialogen und stillen?
    • Wiederholungen, Pausen, Lautstärke?
    • Sprechchöre, Gruppenstimmen, Geräusche?
    • Bewegungsmuster?

Spielerische Darstellung/Leistung der Gruppe:

  1. Wird Präsenz/Grundspannung durchgehalten oder fallen Darsteller:innen ins private zurück?
    • Spürbare, innere Energie?
    • Fokus?
    • Verlassen des Fokus? Verlegenes Lächeln, Lachen, Text vorsagen,
    • Nuscheln, Alltagsmimik
    • Unpräzises Spiel?
    • Privatgespräche?
    • Körperliche Präsenz?
    • Emotionale Präsenz?
  2. Wird Stimme als körperlicher Ausdruck genutzt?
    • Audrucksträger von Haltung, Gefühl, Präsenz?
    • Ganzer Körper oder nur mit Mund?
    • Atmung?
    • Tonhöhe, Lautstärke, Tempo?
    • Unterschiede zwischen Figuren?
    • Innere Zustände erkennbar? Wut, Angst etc..
  3. Wird deutlich/laut/artikuliert gesprochen?
    • Tragend gesprochen?
    • Artikulation deutlich? Wird Publikum erreicht?
    • Stimme auch in Bewegung präsent?
    • Stimme in Emotionen präsent?
  4. Ausdruckskraft und Glaubwürdigkeit der Darsteller:innen?/Authentizität?
    • Klar erkennbare Emotion?
    • Im Moment, im Raum. Präsenz?
    • Feine Nuancen im Spiel?
    • Inneres Bedürfnis? Aufgaben, Überaufgaben, Subtexte, emotionales Gedächtnis?
    • Vermeidung von Klischees?
    • Katharsis?
  5. Interaktion und Ensemblearbeit? Spaß?
    • Wie reagieren die Darsteller:innen aufeinander?
    • Spontan? Echtes Zuhören?
    • Runtergespulter Text?
    • Keine Reaktionen?
    • Nonverbale Kommunikation?
    • Miteinander Spaß?
  6. Rollengestaltung/Figurenentwicklung. Wie differenziert ist die Darstellung?
    • Klar unterscheidbar?Wer ist Figur? Lebenslauf, Stück verstanden? Zeit verstanden?
    • Besonders?
    • Eigene Sprache, Haltung, Energie, Motivation, Konflikte?
  7. Improvisationsfähigkeit/Umgang mit Störungen?
    • Texthänger. Was passiert?
    • Wird vorgesagt?
    • Fähig zu improvisieren?
    • Wenn Szenen klar sind, kommt man immer ans Ziel, auch ohne Text.
    • Aus Eigenarbeit retten
  8. Emotionale Tiefe – wie stark und glaubhaft werden Emotionen transportiert?
    • Nicht nur Gefühlsausbrüche. Aufbau der Emotionen?
    • Spürbar mit innerer Wahrheit gefüllt? Aufgesetzt?
    • Lebendig? Agil?
    • Wo löst sich der Text von der Szene? Was kann wortlos gespielt werden?
  9. Timing im Spiel
    • Richtiger Moment für eine Aktion, Text
    • Pausen?
    • On Point?
    • Reaktionen zu spät, zu schnell?
    • Wirkt Text abgelesen?
    • Pausen leer oder bedeutungsvoll?
    • Langatmigkeit? Oder Chaos?

Regie und Inszenierung:

  1. Kreativität der Inszenierung
    • Publikum überraschen
    • Wie wird erzählt? Mittel, Ideen
    • Bühnenraum genutzt?
    • Absurde Momente eingebaut? Mischung?
    • Musik, Video, Tanz eingebaut?
    • Gemeinsame Entwicklung?
    • Konzeptuelle Schlüssigkeit – klarer Regieansatz/Idee erkennbar, die sich durch das Stück zieht?
    • Inszenierung beliebig?
    • Erkennbare Linie?
    • Unbegründete Wechsel von Stil?
    • Figuren stimmig geführt?
    • Große Gruppenbilder geführt?
    • Wichtige Aussagen werden klar?
  2. Raum-und Requisitennutzung/Bewegungsführung
    • Bühne ausgefüllt?
    • Logische und sichtbare Requisiten?
    • Zwingend notwendig?
    • Was machen sie mit dem Charakter?

Bühnenbild und Kostüm:

  1. Gestaltung und Atmosphäre
    • Bühne und Kostüm unterstützen?
    • Funktionalität?
    • Durch Farben, Licht etc. Atmosphäre schaffen?
    • Helfen Kostüme zur Identifikation?
    • Epoche?
    • Stimmig untereinander? Einheitliches Gesamtbild?
  2. Kreativer Einsatz der Mittel/Passend zum Stück
    • Fantasievoll? Sinnhaft?
    • Passen Sie zur Aussage des Stücks?
    • Werden Mittel doppeldeutig/ungewöhnlich verwendet?
    • Bühnenbild veränderbar?
    • Unterstützen Kostüme die Differenzierung der Charaktere?
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