spotlights 2019 präsentierte 10 tolle Aufführungen!

Über die beiden Gewinner - das Rhein-Sieg-Gymnasium in Sankt Augustin mit "Beauty and the Beast" (Bonner Kobold) und die Liebfrauenschule in Bonn mit "Wilder Drache Wilma" (KupferKobold) - wurde bereits separat berichtet. Aber es gab darüber hinaus natürlich noch viele andere Aufführungen zu sehen, die genau wie die Preisträger großes Lob verdienen. So war es  nach dieser Festivalwoche für die Jury nicht leicht, sich lediglich für zwei Produktionen zu entscheiden. Es wurde lange und heiß diskutiert! 

Mit im Rennen war die freie Theatergruppe Generation Z - Kann doch was, deren Mitglieder von verschiedenen Schulen stammen und die sich von A-Z selbst organisiert. Auch sie wartete zufällig mit einer Inszenierung von "Beauty and the Beast JR" auf, allerdings - wie der kleine Beisatz JR schon zeigt - in Anlehnung an die Disney-Verfilmung. Sowohl die tollen selbst erarbeiteten Choreografien, der Gesang, die Kulissen als auch die exzeptionelle schauspielerische Leistung beweisen erneut, was man durch Motivation, Engagement und Zusammenhalt neben Schule und Co. erreichen kann (aus der Laudatio).

Im Doppel war auch Büchners "Woyzeck" im Programm vertreten: Einmal von der Theatergruppe Kl. 7-Q2 des Tannenbusch-Gymnasiums, einmal als Stationendrama inszeniert vom KFT am Kardinal-Frings-Gymnasium. Beide Varianten waren höchst individuell. Erstere hatte das Dramenfragment mit Texten von Heine und Brecht kombiniert und als Besonderheit die Figur der Marie und des Hauptmanns auf mehrere Schauspieler*innen gesplittet. Neben dem anrührend agierenden Hauptdarsteller zeigt auch die Gruppe in immer neuen Formationen und zugefügten Textpassagen eindrucksvoll die unmenschlichen Lebensumstände des Woyzeck (aus der Laudatio).

Das KFT trieb Woyzeck und das Publikum durch die ganze Schule, begleitet von "Kindersoldaten", die zur Eile und Ruhe gemahnten. Eine einfallsreiche Inszenierung (fast ein "Tatort", so spannend war es), in der die Schauspieler*innen über sich hinaus wuchsen, auch körperlich alles gaben und das Publikum mitrissen.

Die GGS Jahnschule zeigte mit ihrem kleinen Stück "Musik ist unsere Sprache" auf bezaubernde Weise,  dass Musik alle (Sprach)Barrieren überwinden hilft und für Gemeinschaft sorgen kann. In dem Märchen "Der Schweinehirt" der Theatergruppe ICH des Kulturvereins Du und Ich e.V. wurde das alte Andersen-Märchen wieder lebendig. Schöne Kostüme und ein klug ausgedachtes Bühnenbild sorgten für Märchenstimmung auf der Bühne des Jungen Theaters.

Viel zu lachen gab es bei den beiden Aufführungen "Dracula als Hörspiel live inszeniert" der Gemeinschaftshauptschule Zülpich (unser spezieller Gast in diesem Festival) und dem Kabarettprogramm "Szenen aus dem Rotstiftmilieu" des Städtischen Siebengebirgs-Gymnasiums aus Bad Honnef. "Dracula", eigentlich ein Gruselklassiker, wurde mit echten Geräuschemacher*innen, Erzählerin, Stimmungschor und Soloparts so witzig umgesetzt, dass niemand Angst bekam! Das Sibi wiederum machte sich lustvoll über Bildungsnotstand, Lehrermangel, Helikoptereltern, G8, G9 und Klassenfahrten her - zur Begeisterung des Publikums. Beide Inszenierungsformen stellten ein Novum und eine wunderbare Bereicherung in der Tradition von spotlights dar.

Das Schauspiel "Wie dem Herrn Mockinpott das Leiden ausgetrieben wurde" von Peter Weiss war dadurch eine besondere Herausforderung für den Literaturkurs der Jgst. 11 des Sankt-Joseph-Gymnasiums, dass es in Verssprache verfasst ist. Das Ensemble hat es als Stationendrama gestaltet, wodurch Mockinpotts LeidensWEG hin zu Erkenntnis und Einsicht betont wurde. Die Interpretation des im Versmaß geschriebenen Stoffes zeigt hinreichend, welch komplexe Überlegungen die Darsteller*innen im Vorhinein angestellt haben. Die kurzweilige und pointierte Darbietung, die komödiantischen Elemente und die kulissenreiche Inszenierung nahmen die Zuschauer*innen mit auf eine lohnenswerte Reise (aus der Laudatio).

Die Junge Theatergemeinde BONN bedankt sich bei allen Gruppen für ihre tollen, aufwühlenden, unterhaltsamen, phantasievollen und engagierten Aufführungen! Den Spielleiter*innen dankt sie dafür, dass sie den Auftritt ihrer Gruppe trotz Zeugniskonferenzen, Abifeiern, Sommerfesten und vielen anderen schulischen Anforderungen möglich gemacht haben, für ihre Energie, die sie das ganze Jahr in die Theaterarbeit gesteckt haben! 

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